Drohnenfliegen in den Bergen: Maximale Flughöhe und Tipps

Dieser Blog wird Ihr von Drone Class präsentiert, Ihrem Drohnentrainer für das Fliegen in der offenen und speziellen Kategorie.

Die 120-Meter-Regel gilt auch in den Bergen, wird jedoch vom nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche aus gemessen. Sie dürfen also dem Hang entlang nach oben fliegen: Auf einem Gipfel in 3.000 Metern Höhe dürfen Sie immer noch 120 Meter über dem Boden fliegen. Die wahren Herausforderungen in den Bergen sind nicht die Vorschriften, sondern die Physik: dünne Luft, Kälte, unvorhersehbare Windverhältnisse und eine „Return-to-Home“-Funktion, die Ihre Drohne direkt in eine Bergwand steuern kann, wenn Sie sie falsch einstellen.

In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie sicher und gesetzeskonform in den Bergen fliegen und wie Sie mit den Aufnahmen, die die Reise lohnenswert gemacht haben, wieder nach Hause kommen.

Maximale Flughöhe in den Bergen

Die europäische Drohnenverordnung besagt: maximal 120 Meter über dem nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche. Nicht über dem Meeresspiegel und nicht über Ihrem Startpunkt. Wenn Sie einen Hang hinauffliegen, steigt Ihre maximale Höhe mit dem Gelände an. Befinden Sie sich auf 2.400 Metern, dürfen Sie dort 120 Meter über dem Boden schweben, auch wenn dies 2.520 Meter über dem Meeresspiegel entspricht.

Wenn Sie von einem Gipfel oder einem Bergrücken aus ins Tal fliegen, gilt weiterhin der Abstand zur nächstgelegenen Stelle der Erdoberfläche, und das kann die Bergwand neben Ihnen sein. Solange Sie dicht am Hang bleiben, bewegen Sie sich im legalen Rahmen. Fliegen Sie weit über das offene Tal hinaus, befinden sich plötzlich 400 Meter Luft unter Ihrer Drohne, und Sie liegen weit über der Grenze. Faustregel: Halten Sie den Hang in einem Abstand von maximal 120 Metern zu Ihrer Drohne, sowohl horizontal als auch vertikal.

Achten Sie außerdem auf Ihre Flug-App: Die auf Ihrem Bildschirm angezeigte Höhe wird vom Startpunkt aus gemessen, nicht vom Gelände unter der Drohne. Wenn Sie von einem Parkplatz im Tal starten und einen Hang hinauf fliegen, kann Ihr Bildschirm 300 Meter anzeigen, während Sie tatsächlich nur 60 Meter über dem Boden schweben. Umgekehrt gilt dasselbe: Der Bildschirm beruhigt Sie, während das Gelände unter Ihnen immer weiter abfällt.

Was Sie beim Drohnenfliegen in den Bergen beachten sollten

Oberhalb von 2.000 Metern spürt Ihre Drohne die Höhe früher als Sie. Die Luft ist dort dünner, wodurch die Propeller weniger Halt haben und die Motoren für denselben Auftrieb stärker arbeiten müssen. Hinzu kommt in den Bergen fast immer Kälte.

Auswirkung

Was Sie bemerken

Lösung

Dünne Luft

Schwierigkeiten beim Abheben, geringere Reserve bei Windböen, höherer Stromverbrauch

Ruhigeres Steuern, zusätzliche Akku-Reserve einplanen, nicht über die maximale Startflughöhe fliegen, die die Drohne bewältigen kann

Kälte

Die Akkukapazität sinkt stark, Spannungseinbrüche, plötzliche prozentuale Einbrüche

Transportieren Sie die Akkus in Ihrer Innentasche, setzen Sie sie erst unmittelbar vor dem Flug ein und schweben Sie nach dem Start 30 bis 60 Sekunden lang, damit der Akku auf Betriebstemperatur kommt

Kürzere Flugzeit

Rechnen Sie mit 20 bis 30 Prozent weniger als auf Meereshöhe

Kehren Sie bei 40 Prozent statt bei 25 Prozent zurück; starten Sie stets gegen den Wind, damit Sie auf dem Rückweg Rückenwind haben

Signalverlust

Die Verbindung bricht ab, sobald sich ein Bergrücken oder ein Felsen zwischen Ihnen und der Drohne befindet

Behalten Sie die Sichtverbindung im Auge (VLOS ist ohnehin vorgeschrieben), fliegen Sie niemals hinter einen Bergrücken und überprüfen Sie die RTH-Einstellungen im Voraus

Darüber hinaus gibt es besondere Hindernisse, auf die Sie achten müssen.

Was Sie in den Bergen beachten müssen

Dies sind die folgenden Punkte, die Sie beachten sollten:

  • Seilbahnen und Lifte. Seile sind für Hindernissensoren nahezu unsichtbar und hängen genau in den Höhen, in denen Sie fliegen möchten. Halten Sie zu jedem Lift einen großzügigen Abstand ein.
  • Rettungshubschrauber fliegen tief und unangekündigt. Wenn Sie einen Hubschrauber hören oder sehen, landen Sie sofort. In vielen Alpenländern gilt im Umfeld einer Rettungsaktion ein striktes Flugverbot für den gesamten übrigen Luftverkehr.
  • Gleitschirmflieger und Segelflieger teilen sich Ihren Luftraum. Beliebte Wandergebiete sind oft auch Gleitschirmgebiete. Sie (und der gesamte übrige Luftverkehr) haben stets Vorrang.
  • Nationalparks sind in der Regel Sperrgebiete. Viele der schönsten Gebiete sind Naturschutzgebiete, in denen Drohnen nicht oder nur mit einer Ausnahmegenehmigung fliegen dürfen. Überprüfen Sie vor Ihrer Abreise die lokale Drohnenkarte des jeweiligen Landes und respektieren Sie Wildschutzgebiete: Eine Drohne, die Wildtiere aufscheucht, gibt ein schlechtes Beispiel. Greifvögel betrachten eine Drohne als Eindringling und greifen an.
  • Skigebiete verbieten Drohnen fast immer. Wenn Sie im Winter unterwegs sind, rechnen Sie damit, dass der Liftbetreiber Drohnen auf der Piste gemäß den Hausregeln verbietet. Fliegen Sie außerhalb des Skigebiets, weit entfernt von den Liften, und fragen Sie im Zweifelsfall den Gebietsverwalter.

Regeln nach Bergregionen im Überblick

Land

EU-Drohnenführerschein

Besonderheiten

Österreich

Gültig

Dronespace-Karte von Austro Control prüfen; viele Naturschutzgebiete rund um beliebte Wandergebiete

Schweiz

Gültig

Kein EU-Mitglied, hält sich jedoch an die europäischen Drohnenvorschriften; eigene Karte und Registrierung über die Schweizer Luftfahrtbehörde

Frankreich

Gültig

Nationalparks (wie der Vanoise- und der Ecrins-Nationalpark) sind strengstens verboten; bitte überprüfen Sie die Géoportail-Karte

Italien

Gültig

d-flight-Karte; die Dolomiten liegen teilweise in Schutzgebieten mit eigenen Vorschriften

Norwegen

Gültig

Als EASA-Land gelten die europäischen Vorschriften; in Fjordgebieten gelten lokale Einschränkungen und es gibt zahlreiche Vogelschutzgebiete

Mit Ihrem EU-Drohnenführerschein sind Sie in all diesen Ländern auf der sicheren Seite. Die Unterschiede liegen in den Karten und den Naturschutzgebieten. Überprüfen Sie für jedes Land die offizielle Drohnenkarte und vergessen Sie Ihre Betreibernummer nicht.

Hier finden Sie die offiziellen Drohnenkarten aller EU-Länder.

Die drei Aufnahmen, die die Berge zu einem lohnenden Ausflugsziel machen

Alpenrot auf den Gipfeln. In der Viertelstunde nach Sonnenuntergang färben sich die höchsten Gipfel tiefrosa, während das Tal bereits blau ist. Belichten Sie die Gipfel und lassen Sie das Tal dunkel.

Winzige Person. Ihr Reisebegleiter im Miniaturformat, umrahmt von der Weite auf beiden Seiten. Fliegen Sie seitlich auf Berggipfelhöhe, halten Sie einen Abstand von 30 Metern ein und platzieren Sie die Person auf der dritten Linie.

Morgennebel in Schichten. Frühes Aufstehen zahlt sich aus: Nebelbänke füllen das Tal, und die Gipfel ragen daraus hervor. Fliegen Sie knapp über der Nebelschicht und fotografieren Sie gegen das Licht, um Tiefe zu erzeugen.

Weitere Inspiration finden Sie in unserem Leitfaden mit den 10 schönsten Urlaubsaufnahmen.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch darf man mit einer Drohne in den Bergen fliegen?
Maximal 120 Meter über dem nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche. An einem Hang passt sich die maximale Flughöhe dem Gelände an und steigt mit diesem an. Fliegen Sie von einem Gipfel hinunter ins Tal, zählt der Abstand zum nächstgelegenen Gelände; halten Sie sich also dicht am Hang.

Darf ich mit meiner Drohne auf einem 3.000 Meter hohen Berg fliegen?
Ja. Die 120-Meter-Regel bezieht sich auf die Höhe über dem Boden, nicht über dem Meeresspiegel. Beachten Sie jedoch die maximale Steighöhe Ihrer Drohne: Consumer-Drohnen haben in der Regel eine Obergrenze zwischen 3.000 und 6.000 Metern über dem Meeresspiegel, die Sie in den technischen Daten finden.

Funktioniert eine Drohne in großer Höhe?
Ja, jedoch mit Einschränkungen. Die Luft ist dünner, wodurch die Motoren stärker arbeiten müssen, die Flugzeit um 20 bis 30 Prozent sinkt und die Drohne langsamer auf Windböen reagiert. Planen Sie eine zusätzliche Akkureserve ein und bleiben Sie unter der in den technischen Daten angegebenen maximalen Steighöhe.

Ist mein EU-Drohnenführerschein in der Schweiz und in Norwegen gültig?
Ja. Beide Länder sind zwar keine EU-Mitglieder, halten sich jedoch an die europäischen Drohnenvorschriften, sodass Ihr EU-Drohnenführerschein dort gültig ist. Sie verfügen jedoch über eigene Drohnenkarten und Registrierungsverfahren; informieren Sie sich bitte vor Ihrer Abreise darüber.

Darf man eine Drohne in ein Skigebiet mitnehmen?
Das Mitnehmen ist zwar erlaubt, doch fast alle Skigebiete verbieten Drohnen auf und rund um die Pisten in ihren Hausordnungen, und die Seilbahnen machen den Betrieb dort zudem gefährlich. Fliegen Sie außerhalb des Skigebiets, weit entfernt von Liften und Personen.

Was ist die größte Gefahr beim Drohnenfliegen in den Bergen?
Die Kombination aus Wind und einer falsch eingestellten „Return-to-Home“-Funktion. Wind beschleunigt sich auf Bergkämmen und drückt Ihre Drohne auf der Leeseite nach unten; bei Signalverlust fliegt die Drohne im „Return-to-Home“-Modus in gerader Linie nach Hause – möglicherweise durch eine Bergwand hindurch. Stellen Sie die „Return-to-Home“-Höhe bei jedem Flug neu über dem höchsten Hindernis ein.

Fliegen Sie gut vorbereitet in die Berge

Das Fliegen mit Drohnen in den Bergen kann wunderschöne Aufnahmen liefern. Wer die Regeln, den Wind und seine Akkus versteht, kehrt mit Aufnahmen nach Hause zurück, die in den Niederlanden unmöglich zu erzielen sind. Diese Grundlage legen Sie mit dem EU-Drohnenführerschein: gültig in 30 europäischen Ländern, einschließlich der Schweiz und Norwegens. Drone Class ist von RDW und EASA anerkannt; über 75.000 Piloten haben den Kurs bereits absolviert – mit einer Bewertung von 4,9 aus über 3.300 Bewertungen und einer Erfolgsquote von 95 % beim ersten Versuch.

Möchten Sie Ihre Bergaufnahmen auf ein höheres Niveau heben? Bei Drone Class Plus erhalten Sie monatliche Fotografie-Workshops und Feedback zu Ihren eigenen Arbeiten.

Sem van Geffen

Miteigentümer Drone Class B.V.

Über den Autor

Sem ist ein erfahrener Trainer/Entwickler, dessen Hauptinteresse Drohnen sind. Er besitzt das EASA STS Theorie-Zertifikat. Sein Spezialgebiet ist das EU-Luftfahrtrecht und er fliegt gerne die DJI Mavic 3 Enterprise.

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