Tipps für den Einstieg ins Drohnenfliegen
Haben Sie gerade Ihre erste Drohne gekauft oder stehen Sie kurz davor, eine zu kaufen? Dann spart Ihnen dieser Artikel eine Menge Frust. Die größten Fehler von Anfängern liegen nämlich nicht in komplizierten Kameratricks, sondern in einfachen Gewohnheiten: zu schnell fliegen wollen, den falschen Ort wählen oder vergessen, den Akku im Auge zu behalten. Mit den elf Tipps starten Sie selbstbewusst in Ihr Drohnenabenteuer – so wird Ihr Einstieg sicher, entspannt und vor allem unterhaltsam.
Tipp 1: Fliegen Sie nicht direkt nach dem Auspacken der Drohne
Wir verstehen die Verlockung: Der Karton ist gerade angekommen, und Sie möchten nichts lieber, als einen Akku einzulegen und in die Luft zu gehen. Doch genau das ist die Falle. Nehmen Sie sich zuerst in Ruhe Zeit, alles am Boden kennenzulernen. Laden Sie alle Akkus auf, aktualisieren Sie die Firmware, installieren Sie die App, koppeln Sie den Controller und finden Sie heraus, wofür jede Taste dient. Lernen Sie, wie Sie die Propeller wechseln, die Arme ein- und ausklappen und, falls Sie welche haben, wie Sie die ND-Filter montieren. Jede Minute, die Sie am Boden in die Vorbereitung investieren, spart Ihnen zehn Minuten Frust in der Luft.
Tipp 2: Wählen Sie für Ihren ersten Flug einen weiten, leeren Ort
Machen Sie Ihren ersten Flug nicht über Wasser, nicht über der Stadt und nicht über Freunden, Familie oder anderen Personen. Suchen Sie für Ihren ersten Flug ein großes leeres Feld – keine Bäume, keine Hochspannungsleitungen, kein Verkehr und so wenige Zuschauer wie möglich. Je weniger Ablenkung, desto leichter konzentrieren Sie sich auf die Steuerung. Ein weiterer Vorteil eines ruhigen Ortes: Sie haben keinen Stress durch Menschen, die Ihnen zusehen oder denken, dass Sie sie filmen. Das gibt ein angenehmeres Gefühl bei Ihrem ersten Drohnenflug.
Tipp 3: Testen Sie Return to Home, solange noch alles gut läuft
Return to Home (RTH) ist die Funktion, die Sie hoffentlich nie brauchen, die Sie aber gerade deshalb vorab üben sollten. Die meisten Anfänger probieren sie erst aus, wenn etwas schiefgeht – und dann sind sie bereits in Panik. Fliegen Sie auf einem offenen Feld ein Stück weg, drücken Sie bewusst die RTH-Taste und beobachten Sie, was die Drohne tut: Sie steigt auf die eingestellte Rückkehrhöhe, dreht sich zu Ihnen, fliegt zurück und landet dort, wo Sie gestartet sind.
Prüfen Sie aber zuerst Ihre Rückkehrhöhe. Sie muss höher eingestellt sein als das höchste Hindernis in der Umgebung. Sie wissen nicht, wie hoch das ist? Fliegen Sie mit der Kamera geradeaus (Gimbal auf null) auf den höchsten Baum oder das höchste Gebäude zu, bis der höchste Punkt in der Mitte Ihres Bildschirms steht, und lesen Sie die Höhe ab. Stellen Sie Ihre RTH-Höhe deutlich darüber ein. Im Zweifel: lieber zu hoch als zu niedrig.
Achtung: Innerhalb der EU beträgt die maximale Flughöhe 120 Meter.
Praktisches Extra: RTH ist nicht nur für Notfälle. Verlieren Sie kurz Ihre Drohne aus den Augen, bringt sie ein Druck auf die Taste nah genug heran, damit Sie sich neu orientieren können. Danach brechen Sie ab (die rote Taste) und fliegen einfach weiter.

Tipp 4: Lernen Sie, auf Ihren Bildschirm zu schauen
Es fühlt sich unnatürlich an, aber erfahrene Piloten schauen viel mehr auf den Bildschirm als auf die Drohne. Anfänger schauen fast den gesamten Flug nach oben. Natürlich müssen Sie Ihre Drohne immer in Sicht behalten (das ist auch Pflicht), aber Ihr Bildschirm zeigt Ihnen Informationen, die Sie mit dem bloßen Auge nicht sehen: Akkustand, Höhe, Entfernung, Kamerabild, Warnungen und Hindernismeldungen. Lernen Sie die Balance zwischen Nach-oben-Schauen und Auf-den-Bildschirm-Schauen – das ist einer der größten Schritte zu mehr Selbstvertrauen.
Tipp 5: Fliegen Sie auf dem Hinweg gegen den Wind
Am Boden ist der Wind oft harmlos, aber hundert Meter höher kann es eine ganz andere Geschichte sein. Der häufig gemachte Anfängerfehler ist, mit dem Wind wegzufliegen, weil sich alles geschmeidig anfühlt, und dann auf dem Rückweg gegen einen kräftigen Gegenwind ankämpfen zu müssen. Ihre Geschwindigkeit sinkt, der Akku leert sich schneller und manchmal schafft es die Drohne nur knapp. Denken Sie vor jedem Flug an den Rückweg, nicht nur an den Hinweg. Positionieren Sie sich so, dass Sie auf dem Rückweg Rückenwind haben. Es gibt Apps, die die Windgeschwindigkeit auf Ihrer Flughöhe anzeigen – praktisch an weniger ruhigen Tagen.
Tipp 6: Lernen Sie zuerst, welcher Stick was macht
Klingt einfach, aber am Anfang ist es verwirrend: Welcher Stick macht welche Bewegung? Bei der Standardeinstellung (Mode 2) steuert der rechte Stick die seitliche sowie die Vorwärts- und Rückwärtsbewegung, der linke Stick die Drehung (Yaw) und die Höhe. Üben Sie jede Bewegung zuerst einzeln: nur seitwärts, nur vorwärts und rückwärts, nur drehen, nur steigen und sinken. Schauen Sie dabei abwechselnd auf den Bildschirm und auf die Drohne. Erst wenn das von selbst geht, kombinieren Sie die Bewegungen.
Das Gimbalrad (mit dem Sie den Kamerawinkel neigen) lassen Sie am Anfang auf null. Versuchen Sie nicht, gleichzeitig zu fliegen und die Kamera zu bedienen: Genau daran scheitern viele Anfänger und werden frustriert. Lernen Sie zuerst fliegen, fügen Sie die Kamera später hinzu.
Tipp 7: Beherrschen Sie die Grundbewegungen, bevor Sie ans Filmen denken
Bevor Sie cineastischen Aufnahmen nachjagen, üben Sie die Grundlagen. Geradeaus vorwärts, geradeaus rückwärts, ruhig nach links, ruhig nach rechts. Üben Sie langsame Yaw-Drehungen und kombinieren Sie diese danach zu fließenden Kreisen und Achten. Konzentrieren Sie sich auf sanftes Anfahren, sanftes Stoppen und geschmeidige Steuerbewegungen. Je fließender Sie fliegen, desto fließender sieht Ihr Bild automatisch aus. Schöne Drohnenaufnahmen beginnen mit schönem Fliegen.

Tipp 8: Testen Sie bewusst die Sicherheitsfunktionen, einschließlich Hindernisvermeidung
Nehmen Sie sich einen Nachmittag Zeit, um Ihre Sicherheitsfunktionen bewusst auszuprobieren. Die Hindernisvermeidung ist eine davon, und gerade der trauen viele Menschen oft nicht, weil man nie sicher weiß, ob die Drohne das Hindernis rechtzeitig erkennt. Deshalb müssen Sie es üben. Stellen Sie die Hindernisvermeidung in den Einstellungen auf „Bremsen“ (noch nicht auf „Umfliegen“, das lenkt zu sehr ab). Fliegen Sie dann langsam geradewegs auf ein Hindernis zu, zum Beispiel einen Baum, und beobachten Sie, wie die Drohne von selbst stoppt. Wiederholen Sie das ein paar Mal, auch etwas schneller, und in allen Richtungen, für die Ihre Drohne Hindernissensoren hat (nicht jede Drohne hat diese rundum).
Tipp 9: Landen Sie nie mit fast leerem Akku
Wind, Entfernung, Höhe und Temperatur beeinflussen alle Ihre Akkulaufzeit. Planen Sie nie eine Landung mit nur noch wenigen Prozent Restladung: Das ist kein Akkumanagement, das ist Glücksspiel. Halten Sie bei jedem Flug eine gesunde Reserve ein. Warten Sie auch nicht, bis Ihre Drohne selbst „Jetzt zurückkehren“ auf Ihrem Bildschirm anzeigt und zu piepen beginnt, denn dann erschrecken Sie erst recht. Behalten Sie Ihren Akku selbst im Auge und bringen Sie Ihre Drohne zurück, bevor Sie bei etwa 15 Prozent sind. Landen Sie vorzugsweise mit mindestens 15 Prozent Restladung.
Tipp 10: Fliegen Sie langsam und bewusst
Anfänger fliegen oft schnell, weil es aufregend und unterhaltsam ist. Erfahrene Piloten fliegen dagegen bewusst und ruhig. Langsame Bewegungen sorgen für fließendere Bilder, mehr Zeit zum Reagieren, weniger Fehler und ein professionelleres Ergebnis. Geschwindigkeit macht gelegentlich Spaß, aber Kontrolle ist das, was einen guten Drohnenpiloten ausmacht. Oft gilt: Je ruhiger Sie fliegen, desto besser wird Ihr Bild.
Tipp 11: Behalten Sie immer den Überblick über Ihre Umgebung
Wenn wir Ihnen nur einen Tipp mitgeben dürften, wäre es dieser: Behalten Sie immer den Überblick über die Situation. Ihre Drohne ist nicht das Einzige, was sich bewegt. Menschen, Autos, Hunde, Vögel, wechselnder Wind und Licht: Ihre Umgebung verändert sich ständig. Gute Piloten achten nicht nur auf die Luft und ihren Bildschirm, sondern auf alles um sie herum. Kommt jemand hinter Ihnen heran? Hören Sie ein Auto? Ändert sich das Wetter? Das Fliegen selbst wird von ganz allein zur zweiten Natur. Diesen Überblick zu behalten ist die Fähigkeit, die Sie zum Piloten macht. Je früher Sie diese Gewohnheit aufbauen, desto sicherer und selbstbewusster fliegen Sie.
Tipp 12: Wissen Sie, wo Sie fliegen dürfen, und kennen Sie die Drohnenregeln
Bei Ihren ersten Flügen geht es nicht um beeindruckende Aufnahmen, sondern um den Aufbau von Vertrauen. Jeder erfahrene Pilot hat einmal nervös angefangen. Nicht die Drohne macht das schöne Bild, sondern der Pilot. Und zu diesem Vertrauen gehört auch, dass Sie die Regeln kennen: Wo dürfen Sie fliegen, was ist Pflicht und wie vermeiden Sie ein Bußgeld? Genau das lernen Sie in der Ausbildung für den Drohnenführerschein.
Häufig gestellte Fragen
Wo fliege ich am besten zum ersten Mal mit meiner Drohne?
Wählen Sie einen großen, offenen Ort ohne Bäume, Leitungen, Verkehr oder Zuschauer. Ein weites Feld oder eine offene Grünfläche außerhalb des Trubels ist ideal. Vermeiden Sie Ihren Garten (zu viele Hindernisse) und stark besuchte Parks. So können Sie sich ohne Ablenkung auf die Steuerung konzentrieren.
Wie lerne ich am schnellsten, eine Drohne zu steuern?
Üben Sie die Grundbewegungen zuerst einzeln: vorwärts, rückwärts, seitwärts, drehen, steigen und sinken. Lassen Sie den Kamera-Gimbal am Anfang auf null. Erst wenn das Fliegen von selbst geht, kombinieren Sie Bewegungen und beginnen mit der Kamera. Ruhig und Schritt für Schritt zu üben geht schneller, als alles gleichzeitig zu wollen.
Was ist Return to Home und sollte ich es testen?
Return to Home (RTH) lässt Ihre Drohne automatisch zum Startpunkt zurückkehren. Testen Sie es bewusst auf einem offenen Feld, solange alles gut läuft, damit Sie wissen, was Ihre Drohne tut, wenn Sie einmal das Signal oder die Sicht verlieren. Achten Sie darauf, dass die Rückkehrhöhe höher eingestellt ist als das höchste Hindernis in der Umgebung.
Mit wie viel Akku sollte ich meine Drohne landen lassen?
Landen Sie vorzugsweise mit mindestens 15 Prozent Restakku. Wind, Entfernung, Höhe und Temperatur beeinflussen Ihre Akkulaufzeit, halten Sie also immer eine Reserve ein und warten Sie nicht, bis Ihre Drohne selbst eine Warnung ausgibt. Rechtzeitig selbst zurückzukehren vermeidet Stress und Risiko.
Brauche ich als Anfänger einen Drohnenführerschein?
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