Drohnenfotografie: 8 Tipps für den Einstieg
Eine Drohne hebt Ihre Fotografie auf ein neues Niveau. Aus der Luft eröffnen sich ganz neue Perspektiven. Erfassen Sie mehr von der Umgebung, halten Sie natürliche Linien fest oder schaffen Sie Tiefe durch mehrere Ebenen. Alles beginnt mit den richtigen Einstellungen, der richtigen Belichtung und der richtigen Perspektive. In diesem Blogbeitrag geben wir Ihnen zehn Tipps, mit denen Sie Ihre Drohnenfotos spürbar verbessern können.
1. Fliegen Sie während der goldenen Stunde
Der beste Zeitpunkt für die Drohnenfotografie
Das schönste Licht für die Drohnenfotografie herrscht während der goldenen Stunde: in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang und in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang. Die Sonne steht dann tief, das Licht ist warm (orange- und rosafarbene Töne), die Schatten sind lang und dramatisch, und die Gefahr der Überbelichtung ist minimal. Fliegen Sie gegen Mittag, steht die Sonne direkt über Ihnen, und alles wirkt flach und kontrastlos. Möchten Sie klare, grafische Schatten? Dann ist gerade ein heller Morgen ideal.
2. Fotografieren Sie immer im RAW-Format
Mehr Daten, mehr Spielraum für Nachbearbeitung
JPEG verwirft Informationen bereits beim Aufnehmen des Fotos. RAW speichert alles, was Ihnen in der Nachbearbeitung enormen Spielraum bietet, um Lichter wiederherzustellen, Schatten aufzuhellen und Farben anzupassen. Gerade bei Luftaufnahmen mit hellem Himmel und dunklem Vordergrund ist dieser Unterschied Gold wert.

3. ND-Filter bei grellem Sonnenlicht
Was bewirkt ein ND-Filter bei einer Drohne?
Ein ND-Filter (Neutral Density) ist so etwas wie eine Sonnenbrille für Ihre Drohnenkamera. Bei grellem Sonnenlicht tagsüber muss Ihre Verschlusszeit sehr kurz sein, was bei Bewegungen (Wasser, Wolken, Fahrzeuge) zu einem unnatürlichen, ruckartigen Erscheinungsbild führt. Mit einem ND8- oder ND16-Filter erzielen Sie längere Verschlusszeiten und damit weichere Bewegungen sowie filmische Aufnahmen. Dies ist insbesondere für Videos unverzichtbar, aber auch für Langzeitbelichtungen, wie zum Beispiel sanft wogendes Wasser an der Küste.
4. Verwenden Sie AEB bei schwierigen Belichtungsverhältnissen
Was ist der AEB-Modus bei einer Drohne?
AEB (Auto Exposure Bracketing) nimmt automatisch 3 oder 5 Fotos hintereinander mit unterschiedlichen Belichtungen auf: eines unterbelichtet, eines korrekt, eines überbelichtet. In Situationen mit großem Dynamikumfang (heller Himmel und dunkler Vordergrund) kombinieren Sie diese in Lightroom oder Photoshop zu einem HDR-Foto mit perfekt ausgearbeiteten Schatten und Lichtern. Dies ist entscheidend für die Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangsfotografie, bei der die Sonne selbst im Bild zu sehen ist.
5. Manuelles Fotografieren: Vergessen Sie den Automatikmodus
Welche Kameraeinstellungen verwenden Sie für die Drohnenfotografie?
Der Automatikmodus Ihrer Drohnenkamera trifft unter schwierigen Bedingungen oft falsche Entscheidungen. Wechseln Sie in den manuellen Modus (M-Modus) und nehmen Sie die Einstellungen selbst vor:
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Einstellung |
Empfohlener Wert |
Warum |
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ISO |
100 (tagsüber), max. 400 (goldene Stunde) |
Ein niedriger ISO-Wert bedeutet weniger Rauschen und ein schärferes Bild |
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Verschlusszeit |
1/120 bis 1/250 s |
Schnell genug, um Mikrobewegungen der Drohne zu erfassen |
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Blende |
f/2,8 bis f/4 (fest bei kleinen Drohnen) |
Bei der Mavic 4 Pro variabel: Verwenden Sie f/4 bis f/5,6 für maximale Schärfe |
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Dateiformat |
DNG (RAW), nicht JPEG |
Deutlich mehr Flexibilität bei der Nachbearbeitung |
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Weißabgleich |
Tageslicht (5500 K) oder manuell |
Der automatische Weißabgleich führt in der „goldenen Stunde“ häufig zu Farbverfälschungen |

Komposition und Perspektive: Aus der Vogelperspektive denken
6. Die Top-Down-Aufnahme
Was ist ein Top-Down-Drohnenfoto?
Eine Top-Down-Aufnahme ist ein Foto, bei dem die Kamera senkrecht nach unten gerichtet ist. Fliegen Sie mit Ihrer Drohne hoch. In einer Höhe von 80 bis 100 Metern entstehen abstrakte, grafische Muster: Felder, das Pflaster von Plätzen, die Linien von Straßen durch Wälder, die Windungen von Flüssen. Dies ist mit Abstand das bekannteste Genre der Drohnenfotografie. Tipp: Steigen Sie langsam ab und machen Sie Aufnahmen in 80 m, 90 m und 100 m Höhe, um Variationen in der Bildkomposition zu erzielen.
7. Arbeiten Sie mit führenden Linien und Mustern
Welche Bildkompositionen eignen sich am besten für die Drohnenfotografie?
Aus der Luft erkennen Sie Muster, die am Boden verschwinden: den Zickzackverlauf einer Bergstraße, die Kreise eines Kreisverkehrs, die Symmetrie von Solarmodulen auf einem Dach, das Raster eines Polders. Beziehen Sie diese Muster bewusst als Kompositionselemente ein. Eine starke Führungslinie lenkt den Blick des Betrachters durch das Bild – ein Effekt, der in der Standardfotografie selten ist, in der Drohnenfotografie jedoch allgegenwärtig.
8. Wenden Sie die Drittelregel an
Was ist die Drittelregel in der Drohnenfotografie?
Platzieren Sie die Horizontlinie nicht in der Mitte Ihres Bildausschnitts. Positionieren Sie sie im oberen Drittel (wenn Sie viel Land im Bild haben möchten) oder im unteren Drittel (wenn Sie viel Himmel im Bild haben möchten). Platzieren Sie Ihr Motiv an einem der vier Schnittpunkte des imaginären Drittelrasters. Die meisten Drohnen zeigen dieses Raster in der Fly-App an. Schalten Sie es ein und nutzen Sie es. Ein klassisches Prinzip, das jedoch bei der Drohnenfotografie, bei der Sie viel Raum zur Verfügung haben, umso wichtiger ist.

9. Denken Sie in Ebenen und Tiefe
Wie erzeuge ich Tiefe in einem Drohnenfoto?
Ein häufiger Fehler: ausschließlich aus großer Höhe zu fotografieren. Dadurch wirkt alles flach. Die besten Drohnenfotos bestehen aus drei Ebenen: Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund. An einer Küstenlinie sind beispielsweise die Felsen und die Brandung direkt unter der Kamera der Vordergrund, eine kleine Bucht mit einem Boot der Mittelgrund und die Küstenlinie, die sich in der Ferne verliert, der Hintergrund. Solche mehrschichtigen Kompositionen erzielen Sie, indem Sie die Kamera in Richtung Horizont neigen, anstatt rein von oben nach unten zu fotografieren.
Nachbearbeitung: Der letzte Schritt zum Wow-Effekt
10. Bearbeitung Ihrer Drohnenbilder
Welches Programm eignet sich am besten für die Bearbeitung von Drohnenfotos?
Es gibt viele Bearbeitungsprogramme, mit denen Drohnenbilder bearbeitet werden können. Ein bekanntes Programm hierfür ist Adobe Lightroom. Es ist einfach zu bedienen und verfügt über alle Funktionen, um Ihren Drohnenbildern den Wow-Effekt zu verleihen. Einige Elemente, die Sie anpassen können:
Grundlegender Arbeitsablauf:
- Importieren Sie die Dateien im DNG-Format und kopieren Sie sie auf einen zweiten Speicherort
- Passen Sie zunächst den Weißabgleich an
- Heben Sie die Schatten an oder senken Sie sie ab
- Bearbeiten Sie die Lichter
- Erhöhen Sie „Textur“ und „Klarheit“ leicht, um mehr Struktur zu erzielen
- Passen Sie die „Vibranz“ an, niemals die „Sättigung“
- Schließen Sie die Bearbeitung mit „Dehaze“ ab, um zusätzlichen Kontrast zu erzielen
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